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   Unter der Haut

Zu diesem Thema luden der Behindertenkreis der Kirchgemeinde Karow und der „Verein Miteinander Unterwegs Gemeinschaft der Roller und Latscher e.V.“ vom 25. bis 27. Februar 2011 zum Musikseminar ein. Es fand in der Begegnungs- und Bildungszentrum im „Haus Gottesfried“ in Woltersdorf bei Erkner statt. Wieder hatte die Musikerin und Musiktherapeutin uns durch das Wochenende begleitet. Sie hat viele Schlaginstrumente, Rasseln und Trommeln mitgebracht. Nach einer Vorstellungsrunde am Freitag Abend machte Cordula mit uns eine Phantasiereise. Sie spielte auf der Tambura (Instrument aus Indien). das war ein entspannender Tagesausklang.
Wir nahmen am Sonnabendvormittag unseren Körper wahr, in dem wir uns gegenseitig abtasteten. Wenn wir zum Beispiel mit den Fingerspitzen auf den Kopf leicht trommeln werden wir wach. Dann können wir etwas für unser Wohlbefinden machen. Das trägt zur Entspannung bei.
Ich hatte Haikus zum Thema Brücken mitgebracht. Sie worden vorgelesen. Zwischen den Dreizeilern wurde auf Instrumenten gespielt. Unsere Seele kam da zur Ruhe.
Der Samstagnachmittag gehörte der Nachmittag den Trommeln. Mit dem schon aus dem letzten bekannten rhythmischen Satz: „Kro-ko-dil, E-le-fant, An-ti-lo-pe sind nicht ver-wandt“ trommelten wir uns ein. Anschließend teilten wir uns in Gruppen. Jede Gruppe bekam ein bis zwei Wörter. Mit den Wörtern sollten drei Sätze gebildet werden. Es ergaben Rhythmen. Wo das Wort vorkam war das ein Trommelschlag. Zum Schluss gab es ein Trommelkonzert.
Am Abend zeigte uns Alfons eine DVD von Tanzfähig. Hier haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit im Tanz ihren Körper wahrzunehmen. Nach Johann Sebastian Bach, Cello-Suite Nr. 4 Es-Dur bewegten sich 6 Tänzer und Tänzerinnen zu Fuß und auf Rädern. Eine Sehnsucht nach Zuneigung wird ausgedrückt. Das Stück wurde in den Monaten September und Oktober  im wöchentlichen Training geschrieben. Choreographie ist von Bernhard Richarz. Training ist donnerstags ab 20 Uhr in den ada-Studio, Schönhauser Allee 73, 10437 Berlin. (www.tanzfaehig.com)
Am Sonntagvormittag stellte uns Cordula vor, wie man mit Gegenständen Musik machen kann. Sie hatte Blumentöpfe aus Ton in verschiedenen Größen mitgebracht. Wir hörten ein kleines Konzert.
Mit Schlaginstrumenten haben wir noch einmal rhythmische Übungen gemacht. Wir haben aufeinander gehört und uns gegenseitig begleitet. Nach dem Mittagessen sangen wir Lieder, Cordula begleitete uns auf ihrer Gitarre. Nun ging ein musikalisches und entspannendes Wochenende zu Ende. 

Rolf Gutsche