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Elke Hübener-Lipkau

 

 

 

Mein Lyrikband „Tageslauf“ Lyrische Notate 1982-2006

im Februar 2007 ist erschienen!

im Engelsdorfer Verlag Leipzig

ISBN   3-86703-191-6

Hier sind einige Kostproben: 

 

LEBEN

Es war, wie es war

Gut und schlecht.

Es ist, wie es ist

Ich kämpfe.

Es kommt, wie es kommt

Ich habe Hoffnung.

 

 

BAUPLATZ PAPIER

 

Es kribbelt und krabbelt

zwischen den Gehirnzellen

wie im Ameisenhaufen.

Gedankenarmeen marschieren auf.

Das Lager ist überfüllt.

Material muss auf den Bauplatz „Papier“

Es entstehen prächtige Gebäude.

Ein Palais der guten und der bösen Leute,

in dem auf Bildern ihr Leben gezeichnet wird.

Der Baustein „Liebe“ wird oft verwendet.

Es kribbelt und krabbelt

wie im Ameisenhaufen

zwischen den Gehirnzellen.

Gedanken sind Baufacharbeiter.

 

 

ANDERS

 

Ich bin anders als Andere.

Ich lebe anders als Andere.

Ich brauche mehr Hilfe als Andere.

Ich schreibe anders als Andere.

So manches fällt mir schwerer als Anderen.

Doch ich möchte nicht genommen werden als

EIN Anderer

 

 

HASS 

Montag, verachtet er ihn.

Dienstag, hasst   er ihn.

Mittwoch, wischt er ihm eins aus.

Donnerstag, schlägt er ihm ein Auge blau.

Freitag, droht er ihm mit Mord.

Samstag, bricht er ihm das Genick.

Sonntag, geht er beichten.

 

DU MENSCH

 

Du Mensch bist arm,
weil du reich sein willst.
Du Mensch bist unzufrieden,
weil Dein Leben keine Hindernisse haben soll.
Suche deinen Reichtum in den Schwachen.

 

 

SCHWACH 

 

Der Körperbehinderte ist schwach

Er kann sich nur schwer bewegen

 

Der Geistigbehinderte ist schwach,

sein Denken ist eingeschränkt.

 

Der Mehrfachbehinderte ist schwach,

er braucht totale Hilfe.

 

Der alte Mensch ist schwach,

er kann nichts mehr leisten.

 

Der Reiche ist schwach,

er denkt nur an sich.

 

Jeder Mensch ist schwach,

Ist er fähig Schwächeren zu helfen?

 

rolfgutsche@yahoo.de