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Elke Hübener-Lipkau

 

Affe Bimbo will nicht zur Schule gehen

Affe Bimbo sitzt lustlos am Frühstückstisch. Die Affenmutter wundert sich und ermahnt ihren Sohn. Es ist schon 10 vor 8, Bimbo! Du musst zur Schule! Bimbo schüttelt den Kopf. Heute wolle er nicht zur Schule gehen. Vielleicht nie mehr. Die Mutter fragt warum. Bimbo meint, es sei grausam in der Schule. Alle machen was sie wollen. Gestern wurde er beinahe verdroschen, und die Lehrer kümmerten sich kaum darum. Jeder ist sich selbst überlassen. Warum soll Bimbo in die Schule gehen, wenn er nichts mehr lernt. Früher war alles besser! Die Mutter redet Bimbo gut zu. Er soll sich nicht unterkriegen lassen. Sie weiß schon lange, dass es in der Schule nicht ist wie es sein sollte. Hat sich schon bei der Schulleitung beschwert und gedroht, wenn sich nichts ändert, wird der Hohe Rat der Tiere einberufen! Der Hohe Rat hat schon eine Änderung des Schulsystems verabschiedet. Bimbo ist aber misstrauisch. Was sich einmal eingeschliffen hat, bekommt man nicht so schnell wieder hin. Die Mutter sagt: vor dem großen Löwen haben alle Achtung.

 

Affe Bimbo und der Staatsbesuch

Affe Bimbo fragt seine Mutter, warum die Stadt so geschmückt ist. Sie erklärt, dass der Hohe Rat in die Stadt kommt. Das Affenvolk muss die Straßen reinigen und die Fenster putzen. Alles muss sauber sein. Der Hohe Rat wird morgen im Rathaus erwartet. Bimbo fragt, ob er dabei sein kann. Er bekommt zur Antwort, dass nur geladene Gäste zum Staatsempfang kommen dürfen. Es soll ein Festessen geben. Bimbo meint: Die können sich ein Festessen leisten. Der Hohe Rat wird ja gut bezahlt. Die Mutter lächelt. Ach mein Kleiner: Die müssen das nicht selbst bezahlen. Das wird aus der Staatskasse genommen. Wir zahlen genug Abgaben. Bimbo sagt: Ach darum muss ich noch lange auf ein neues Bett warten. Leider bin ich nicht der König der Tiere.

 

 Das Affentheater um das Theater

In der Hauptstadt der Affen sieht es mit der Theaterkultur nicht gut aus. Vor vielen Jahren war schon das Theater, auf das die Stadt stolz war, baufällig geworden. Es wurde ein Theaterpalast gebaut. Da dieses Bauwerk nicht in das Stadtbild passte, wurde der Palast wieder abgerissen. Bimbos Vater ist das Oberhaupt dieser Stadt. Er hat bei einem Spaziergang eine riesengroße Blechbüchse gefunden. „Diese Blechbüchse kann man vielleicht als Theater nutzen!“ Die Tiere waren beeindruckt! Es vergingen Wochen und Monate. Unstimmigkeit herrschte in der Stadt der Affen. Eine Blechbüchse als Theater? Es wurden neue Pläne für das Affentheater entworfen. Nur die Stadt hatte kein Geld. Die Affen hoffen weiter, dass sie irgendwann ein Theater bekommen.

 

Die öffentliche Zeitungsschau

Einmal im Monat findet in der Stadt der Affen eine öffentliche Zeitungsschau statt. Aus mehreren Zeitungen wird zu einem Thema gelesen. Dieses Mal geht es um den Brand des Waldhauses. Die Zeitung „Affennachricht“ schreibt, es hätte einen Kurzschluss gegeben. Der „Giraffenspiegel“: Ein Kurzschluss ist ausgeschlossen. Vermutlich Brandstiftung! „Lüge, Lüge nichts als Lüge“ so das Walross vom „Abendblatt“. Der Kurzschluss wurde durch ein lockeres Kabel verursacht! Quatsch, meint der Elefant. Mancher Redakteur hat zu viel Phantasie und will alles schlimmer machen als es ist. Der Redakteur vom „Giraffenspiegel“ wird wütend: „So was muss man sich bieten lassen, wozu bin ich Journalist!“ Bimbo weiß nicht was er glauben soll. Er weiß nur, dass Sensation das A und O der Zeitung ist. Eines Tages kauft man sonst keine Zeitungen mehr.

 

 Die Schlange Else

Im Land der Schlangen hatte es sieben Wochen lang geregnet, deshalb kam es zu einer Flut. Die Kamele hatten mit den Walrössern die Flüsse verbereitert. Dicht an die Ufer wurden Höhlen gebaut. Das Wasser hatte kaum Platz sich zu entfalten.

Alle Schlangen außer den Wasserschlangen mussten ihr Land verlassen. Die Schlange Else ging noch zur Schule. Sie war keine gewöhnliche Schlange, denn sie hatte einen Buckel. So kam sie in die Affenschule, in Bimbos Klasse. Seine Schulkameraden lachten, als die Schlange in die Schule angekrochen kam. Guckt mal: So eine Schlange haben wir noch nie gesehen. Die hat ja einen Buckel, wie mein alter Opa. Ob man auf Ihrem Buckel reiten kann? Der Schlange Else kamen die Tränen. Bimbo ging zu der Schlange hin und tröstete Sie. Er ärgerte sich über seine Schulkameraden und sagte zu dem lautesten Schreier: Wenn Du heute Abend vom Baum fällst und Dir Dein Bein verstauchst, dann wirst Du humpeln. Ich werde Dich dann Humpelbein rufen. Der Kamerad wurde rot im Gesicht. Von dieser Stunde an wurde die Schlange Else nicht mehr verspottet.


 

rolfgutsche@yahoo.de