Freizeit in Lutherstadt Wittenberg Fotos
(VomVerein Miteinander unterwegs Gemeinschaft der Roller und Latscher e.V.)
Eine kleine Gruppe von 11 Leuten, darunter 4 Rollstuhlfahrer, wollte die Lutherstadt -Wittenberg vom 05. bis 12.September 2009 erkunden.
Am Samstag den 05. September trafen wir uns auf dem Bahnhof Südkreuz. Drei Teilnehmer stiegen schon am Berliner Hauptbahnhof ein. Weil die Fahrt für Rollstuhlfahrer angemeldet wurde, gab es keine Probleme beim Einsteigen.
Um die Mittagsstunde hatten wir die Jugendherberge neben der Schlosskirche erreicht. Von der Herberge waren wir gleich begeistert. Wir fanden geräumige Zimmer vor. Die Nasszellen (Dusche und WC) sind für Rollis sehr geeignet. Der Speisesaal ist in kleinen Nischen eingeteilt, so dass kleine Gruppen gemütlich speisen können.
An diesem Wochenende fanden das Kirchenkreis & Landesposaunenfest statt. In der Stadtkirche wurde am Abend das Musical „In die Freiheit“ von Michael Wittig aufgeführt. Es erzählt über die Wüstenwanderung des Volkes Israel. Eingängige Songs wurden von einem großen Chor gesungen und mit Jungbläsern und Band begleitet. Für uns war es das erste große Erlebnis, das uns Kraft gegeben hatte. Anschließend wurde zum Jazzkonzert auf dem Alten Markt geladen.
In diesem Jahr begleitet die Rüstzeit das Thema „Toleranz“. Mit Heike gingen wir an das Thema locker heran. Wir stellten uns die Frage was ist tolerant und intolerant? Oft fällt es uns schwer Gewohnheiten oder das Anderssein unserer Mitmenschen zu akzeptieren. Gibt es ein Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz. Das war schwer zu beantworten. In unseren gemeinsamen Tagen haben wir Toleranz gelebt.
Auf einer Stadtführung erfuhren wir sehr viel über das Wirken von Martin Luther, seiner Frau Katharina von Bora und seinen Weggefährten (Philipp Melanchthon, Lucas Cranach d.Ä.).
Besonders zu erwähnen ist der Anschlag der 95 Thesen Luthers an die Schlosskirche.
Roland hatte für Montagabend Ulrike Schmidt zu einem Liederabend eingeladen. Ihre Lieder schreibt sie selbst und begleitet sie auf der Gitarre. Sie beschreiben ihren Alltag und ihre Liebe zu Gott. Mich haben ihre Texte sehr beeindruckt.
Unser Tagesausflug nach Leipzig war auch erlebnisreich. Mit der Regionnalbahn ging sehr gut. Heike hatte sich auf eine Stadtführung vorbereitet und erklärte uns, dass die Stadt seit 1015 gibt hier Entstand die erste Universität Deutschlands. Heike zeigte uns den Augustplatz, die Nikolaikirche, die Thomaskirche und das berühmte Kaffeehaus. Leider konnten wir mittags wegen einer Veranstaltung nicht in die Nikolaikirche. Jutta, Katrin und ich hatten am Nachmittag das Glück in die Nikolaikirche reinzuschauen. Die Kirche ist hell und mit ihren Palmensäulen sehr beeindruckend. Hier fanden 1989 die Montagsdemos statt. Schon Anfang 1980 wurde zu Montagsgebeten geladen.
Sehr interessant war es in der Druckerstube. Hier wurde der erste Teil der Lutherbibel im 16. Jahrhundert gedruckt. Wir erfuhren, dass nach der Reformation diese Druckerstube in Wittenberg gezwungenermaßen eingerichtet wurde. Die Leipziger Druckereien wollten nichts mit Luther’s Schriften zu tun haben und weigerten sich alle Schriften aus Wittenberg zu drucken. Jeder von uns hatte die Gelegenheit eine Karte auf der historischen Gutenbergpresse zu drucken (Zur Erinnerung an den Besuch in der historischen Druckerstube Lutherstadt Wittenberg- „Eine feste Burg ist unser Gott ein gute wehr und Waffen“ Martin Luther“).
Wir verbrachten einen Abend in einem Kellergewölbe. Hier befindet sich die Kulturbar „BARRIK“ von Wittenberg. Die Angestellten der Bar halfen die Rollis hinunter zu tragen. Bei diversen Getränken erlebten wir einen gemütlichen Kabarettabend.
Ein Schüler der 10. Klasse führte uns durch das Gelände des „Luther-Melanchthon Gymnasium“. Dieses Gymnasium ist Europaschule und wurde von dem Österreichischen Architekten Friedensreich Hundertwasser von 1997 bis 1999 umgestaltet. Aus dem einfachen Plattenbau aus DDR-Zeit wurde ein Gebäude mit vielen Grünflächen, mit aus Fenstern wachsenden Bäumen, goldenen Kuppeln und keinen geraden Linien. Die einzelnen Etagen spiegeln die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft, sowie zusätzlich ein Regenbogenelement wieder, diese Ideen stammen von den Schülern.
Unseren letzten Abend verbrachten wir in der Hoffnungskirche beim Gitarrenkonzert von Werner Hucks. Das war für uns ein besinnlicher Abschluss unserer erlebnisreichen Tage.
Für die Organisation der schönen Tage wollen wir uns bei Heike und Roland bedanken.